Hortensien – eine wunderschöne Vielfalt im Garten

Zumindest hat jeder Mensch, der auch nur den kleinsten Bezug zu einem Garten hat, von Hortensien schon einmal etwas gehört. Die Gartenpflanzen sind bekannt und auch sehr beliebt – was nicht zuletzt an ihrer Schönheit liegt. Die meist gekaufte Sorte ist die Bauernhortensie; wer einen Blick in die Angebote von Baumärkten und Pflanzenhandlungen im Netz und in der Stadt

 wirft, stellt schnell fest, dass es viel mehr Sorten gibt, dabei aber nicht alles Natur ist, was vorgibt, natürlich zu sein. Bestimmte Hortensienarten können blau eingefärbt werden; wunderschön als besonderer Farbakzent in einem Garten, jedoch von der Natur selbst so nicht vorgesehen. Doch dazu später mehr.

Als Voraussetzung werden bestimmte Bauern- oder Tellerhortensien benötigt. Diese müssen in jedem Fall rosafarbene Blüten haben, bei weißen oder andersfarbigen Hortensienblüten funktioniert die Blaufärbung nicht. Dann ist ein Standort auf saurem Erdreich erforderlich, der noch mit Alaun („bitteres Tonerdesalz“, Aluminiumsalz) angereichert wird. Dies alles reicht nicht aus, um innerhalb weniger Tage oder Wochen eine Blaufärbung zu erreichen. Die komplette Umfärbung zu blauen Blüten erreicht man meistens erst im zweiten Jahr. Solange Alaun und saurer Boden ausreichend zur Verfügung stehen, bleibt die blaue Blütenfarbe erhalten. Ändern sich die Bodenverhältnisse aber, kommt die natürliche Farbe langsam wieder zum Vorschein. Nicht ad hoc, aber Schritt für Schritt. Den sauren Boden kann der Gärtner durch Rhododendron Erde bekommen. Das Alaun klingt ein wenig nach Chemiebaukasten, ist jedoch im Gartenhandel sowohl separat, wie auch als kombiniertes Alaun-/Düngemittel Produkt käuflich zu erwerben.Einige Hortensien - ArtenEs gab eine Zeit, da sind Hortensien im Allgemeinen aus den Gärten ein wenig verschwunden. Sie hatten den Ruf, verstaubt, ein wenig altbacken zu sein. Modernere Pflanzen hielten Einzug, konnten den Klassiker aber nicht verdrängen. Heute hat die Hortensie sich ihren Platz zurück erobert und verschönert manches Grün mit ihrer Pracht.

Alle Hortensien - Arten sind in der Fachliteratur unter dem Begriff Hydrangea zu finden. Je nach Sorte und Wachstumsbedingungen blühen sie von etwa Juni bis circa September, manche auch bis in den Oktober hinein. Die natürlichen Blütenfarben beschränken sich auf Weiß, Violett und Rosa. Grünfärbungen im Herbst oder blaue Blüten sind Besonderheiten. Wer sich eine blaue Hortensie kauft und diese im Garten anpflanzt, wird enttäuscht sein, dass die Blüten weiß oder rosa nachwachsen, wenn man die Tricks nicht kennt, die blaue Farbe zu erhalten beziehungsweise zu erzeugen.

Die Rispenhortensie – bevorzugt den Standort in der Sonne oder im Halbschatten. Sie blüht weiß, verfärbt sich aber zum Ende der Blüte hin grün oder rosa. Zu erwarten sind Blüten ab August bis in den Oktober hinein.

Die Samthortensie – hat ihren Namen von den behaarten Blättern, die wie Samt aussehen. Ihre violetten Blüten erfreuen im Juli und August nicht nur die Gartenbesucher sondern auch die Insekten auf ihrer Suche nach Nahrung. Die Scheinblüten haben einen auffallenden weißen Kranz. Sie bevorzugt einen Standort im Halbschatten.

Die Waldhortensie – ist in Bezug auf ihren Standort weniger heikel. Sie kann im Schatten, Halbschatten ider in der Sonne gepflanzt werden, sollte aber vor Wind geschützt werden. Ihre Blüten sind ein wenig unscheinbar, zeigen sich zwischen Juni und September.

Die Eichenblättrige Hortensie – besticht vor allem durch ihre Blattform, durch die sie auch ihren Namen erhielt. Sie mag es sonnig oder höchstens halbschattig, blüht weiß in den Sommermonaten Juli und August.

Die Kletterhortensie – eine Besonderheit unter den Hortensien, da sie als einzige Sorte kletterfähig ist. Wände, Spaliere, Bäume: es treibt sie in die Höhe. Das ganze Jahr über lässt sich die besondere Schönheit der Rinde erkennen – blühen wird sie nur im Juni und Juli. Schatten oder Sonne spielt für die Kletterhortensie keine Rolle.

Die Tellerhortensie – lockt dank ihrer Scheinblüten die Insektenvielfalt an. Sie fühlt sich im Halbschatten oder in der Sonne wohl und blüht verhältnismäßig lange zwischen Juli und Oktober.

Bezugsquelle:

 

Alle Hortensien brauchen viel Wasser

Wer Hortensien im Garten hat, muss diese gießen, gießen und nochmal gießen. An sehr warmen Tagen reicht es nicht aus, sie einmal am Tag mit Wasser zu versorgen; hier wird empfohlen, sie morgens ausgiebig zu gießen, dies aber am Abend, wenn die Sonne weg ist, zu wiederholen. Sehr wichtig ist es dabei aber, strikt auf das Vermeiden von Staunässe zu achten, die sie ebenso wenig verträgt, wie Bambus. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Hortensie in einem Pflanzkübel oder in einem Beet gepflanzt wurde. Die sehr blattreichen Pflanzen verlieren über den Tag viel Wasser, umso mehr, je wärmer die Umgebung ist.

Vor allem für Gartenbesitzer, die im Sommer gerne in den Urlaub fahren, sollte klar sein, dass eine gut eingewiesene Vertretung für das ordentliche und vor allem ausreichende Gießen gefunden werden muss. Es wäre doch sehr schade, wenn die schönsten Wochen des Jahres gleichbedeutend mit dem Ende der Hortensien im Garten wäre.

Eine Möglichkeit, einmal eine kürzere Zeit (oder eine Gießvertretung mit wenig Zeit) zu überbrücken, ist ein größeres Plastikgefäß (Eimer, Kübel, Tonne) zu besorgen, in dieses ein kleines Loch zu bohren und dies dann mit Wasser zu befüllen. Natürlich muss das Loch klein genug sein, um ein „Absaufen“ der Hortensie zu vermeiden, aber groß genug, um den Wasserbedarf abzudecken. Dieses Behältnis wird dann in die Nähe der Hortensie gestellt und verrichtet die Arbeit des Gärtners und seiner Vertretung. An wirklich heißen Tagen kann dieser Trick auch als zusätzliche Schutzmaßnahme vor dem Austrocknen angewandt werden.

Auch in einem Kübel wird bei Hitze das Wasser für die Hortensie schnell zu knapp. Eine handelsübliche Getränkeflasche aus Plastik kann auf dem Balkon oder auf der Terrasse den Plastik-Gießhelfer aus dem Beet ersetzen. Mit 1,5 Litern Wasser kommt die Pflanze gut über den Tag, vorausgesetzt, das Wasser verteilt sich nicht zu schnell im Kübel. Für diese Gießhilfe werden einfach winzige Löcher in den Flaschendeckel gebohrt. Diese, selbstverständlich zuvor aufgefüllte Flasche steckt man dann mit dem Flaschenboden nach oben seitlich in das Pflanzgefäß und schon sickert das Wasser aus der Flasche ins Erdreich.

Blaue Hortensien?!

Sogar im Discounter kann man immer wieder blaue Hortensien kaufen. Sie sind auch wirklich hübsch anzusehen und werden deshalb auch gern gekauft. Wie aber auch bei blauen Orchideen darf man nicht erwarten, dass diese blaue Farbe von Bestand ist. Diese Hortensien sind eingefärbt und wachsen rosa nach.

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